Geschichte des Hauses - Geschichte der Wirtschaftsförderung

Das stattliche Gebäude wurde Ende des 19. Jahrhunderts für die Königliche Zentralstelle für Gewerbe und Handel in einer Bauzeit von sechs Jahren errichtet und mit einer „Ausstellung für Elektrotechnik und Kunstgewerbe“ eröffnet. Die Einweihung fand in Anwesenheit des Regenten König Wilhelm II von Württemberg am 6. Juni 1896 statt.

In dem prunkvollen Museumsbau wurden vorbildliche Industrieprodukte aus dem In- und Ausland als Anregung für die heimische Wirtschaft präsentiert. Gesammelt wurde, was der Gewerbebildung, dem technischen Fortschritt und dem Absatz dienlich schien und die Geschmacksbildung förderte: Maschinen, Werkzeuge, neue Erfindungen, Metallwaren, Webmuster, Schätze von Weltausstellungen, Papiere, Porzellan, Gipsmodelle. Eine öffentliche Bibliothek beherbergte wertvolle Kunstbände und technische Literatur. Als "Landesgewerbemuseum" wurde die Einrichtung bald weit über die Grenzen Württembergs bekannt.

Nachkriegsjahre

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Haus schwer beschädigt, überstand die Bombardierungen aber wie durch ein Wunder. Im April und im September 1944 wurden große Teile der Sammlungen, die König-Karl-Halle und fast die gesamte Bibliothek zerstört. Was gerettet werden konnte, wurde mit der Auflösung des Landesgewerbemuseums 1968 an das Landesmuseum Württemberg, die Landesbibliothek und andere Institutionen abgegeben.

Doch nicht nur die Bombardierungen überstand das Haus, glücklicherweise entging es auch der Abbruch-Euphorie der Nachkriegsjahre. Allerdings setzte man ihm schwer zu: Da es als Sitz des Wirtschaftsministeriums und der Chemischen Landesuntersuchungsanstalt dienen sollte, unterteilte man die großen Museumssäle, zog Decken und Wände ein, um die benötigten Büroräume zu erhalten. Selbst der historische Haupteingang wurde geschlossen und der Zugang auf die Rückseite des Gebäudes verlegt.

Eine pragmatische Zeit mit ganz anderen Nutzungsanforderungen war angebrochen!

Nach dem Zusammenschluss der drei südwestdeutschen Länder zum neuen Bundesland Baden-Württemberg entstand im Haus 1952 das Landesgewerbeamt Baden-Württemberg, eine dem Wirtschaftsministerium unmittelbar unterstellte Landesoberbehörde. Neben dem Hauptsitz in Stuttgart gab es eine Außenstelle in Karlsruhe.

Sanierungsarbeiten in den folgenden Jahrzehnten retteten das Gebäude zwar vor einem größeren Verfall, es fehlte aber eine Gesamtkonzeption für die Zukunft des Baudenkmals.

Das Haus der Wirtschaft wird gegründet

Das änderte sich, als die Landesregierung unter Ministerpräsident Lothar Späth 1985 beschloss, den  Prunkbau aus dem 19. Jahrhundert mit rund 41 Millionen Euro zu einem „Haus der Wirtschaft“ auszubauen. Überregionale Wirtschaftsförderung aus einem Guss und aus einer Hand, so lautet das neue Konzept.

In vierjähriger Bauzeit (von 1986 bis 1990) entsteht ein in der Bundesrepublik einmaliges, modernes Dienstleistungszentrum für die mittelständische Wirtschaft, das unter einem Dach verschiedene Institutionen der Wirtschaftsförderung zusammenfasste.

Die Landesentwicklungsgesellschaft Baden-Württemberg als Bau- und Finanzträger und das Stuttgarter Architektenteam Fahr, Henning und Röper ließen hinter der historischen Fassade etwas ganz Neues entstehen. Die sinnvolle Verbindung von Tradition und Moderne ergaben repräsentative Räumlichkeiten mit moderner Funktion.

Als Schaufenster für die Wirtschaft, Forum für innovative Firmen und ausländische Wirtschaftspartner stellt das Haus der Wirtschaft Flächen und Veranstaltungsräume zur Verfügung, die Möglichkeiten für Ausstellungen, Kongresse und Tagungen bieten.